Mamiya 645 Pro TL


Mamiya 645 PRO TL

Mamiya 645 PRO TL
Mamiya 645 PRO TL

Geschichte

Die Mamiya 645 PRO TL ist eine analoge Mittelformatkamera, mit dem kleinsten üblichen Format von 6×4,5.

Im Mittelformat waren bis Ende der 70er Jahre die Formate 6×6, 6×7 und 6×9 üblich, wobei 6×6 am Meisten in Gebrauch war. 6×4,5 war zwar nicht unbekannt, doch trat es nur in den frühen 1900er Jahren als Glasplatte und in den Dreißigern (als „Kleinformat“) kurz mit 120er Rollfilm in größerer Verbreitung auf. Danach war es zwar in der Kameraindustrie nicht vergessen, doch Versuche es erneut populär zu machen, scheiterten, auch ein Magazin von Hasselblad A16 war nicht erfolgreich. Bis Mamiya 1975 die Mamiya 645 rausbrachte. Es war wohl die richtige Zeit, mit dem richtigen Marketing. Das war ein großer Wurf bzw. eine Überraschung, es sollte sich zeigen, dass dies der größte von Mamiya bis heute werden sollte. Im Kleinbildbereich waren sie mehr schlecht als recht vertreten (die 35mm Kameraproduktion wurde bereits Anfang der Achtziger zugunsten der Mittelformatkameraherstellung eingestellt, aber auch stark wegen interner Probleme). Doch der große Run für Mamiya ging erst noch los. Das Format avancierte zum größten Konkurrenten, für das allseits dominierende 6×6 Format, mit dem größten Hersteller Hasselblad. Allerdings war das nie eine wirkliche Gefahr für Hasselblad. Jedoch machte man sich am Anfang auch Wettbewerb für das eigene Haus, denn im 6×6 Format war Mamiya auch mit Ihren C330/220 TLRs vertreten, doch die Zeit von TLRs war um. Schließlich dauerte es noch bis in die Mitte der Neunziger, bis es eine große Verbreitung fand. Nur Zenza Bronica hatte bereits 6×4,5 in der Pipeline und brachte nur ein Jahr später (1976) ihre eigene 6×45 Kamera auf den Markt, doch der große Erfolg blieb bei ihnen aus. Alle anderen wie Pentax, Contax/Kyocera-Zeiss und Fuji plazierten erst Jahre später Ihren 645 Modelle auf dem Markt, zu spät um Mamiya damit gefährlich zu werden.

Die ersten Generationen der 645 Kameras: M645 – M645 1000S und M645J waren tolle Produkte und wurden viel genutzt, ihnen fehlte jedoch das Merkmal des jederzeit austauschbaren Filmmagazines. Das führte Mamiya 1985 mit der 645 Super ein. Die zweite Generation war geboren. Es ist nicht eindeutig, was eine Generation ist. Manche sagen zu jeder Kamera Generation, für mich sind aber die kleinen Unterschiede zwischen den Kameras, das Wort Generation nicht wert. Nur die großen Unterschiede, wie Wechselmagazin und Autofokus, erfüllen für mich die Begrifflichkeit Generation, zudem gab es auch bei „diesen“ Generationen einen erheblichen Designwechsel.

Wir schreiben das Jahr 1999. Kurz vor der Jahrtausendwende dämmert es schon einigen klugen Köpfen der Fotobranche, dass die analoge Ära vermutlich dem Ende zu gehen wird, zumindest aber rückläufig wird. Kompakte Digitalkameras sind auf dem Markt schon gut verteilt und in den Profigeräten gibt es die ersten Serienfertigungen, noch aber mit nur wenigen Megapixeln. Und noch fotografieren Profis mit analogen Mittelformatkameras, sie sind immer noch das Maß aller Dinge. Und die analoge Fotografie kommt erst ein Jahr später, 2000 auf ihren Verkaufshöhepunkt! Nie wurde mehr fotografiert! Analog ;-). Der Aufsteig zum Höhepunkt dauerte weit mehr als ein Jahrhundert, der Fall nur knappe 6 Jahre.

Mamiya fühlte sich berufen, nach sechs Jahren der Marktführerschaft im 6×4,5 Format, der 645 Pro eine Nachfolgerin zu spendieren: Eine der letzten analogen „SLR-Mittelformatkamera“ der Welt ohne Autofokus (die letzte ist die Mamiya RZ67 PRO IID in 2004): die Mamiya 645 PRO TL, nun mit TTL-Blitzinnenmessung. Zwar gibt es ein Jahr später noch eine abgespeckte Billigversion, die lasse ich aber nicht gelten, das war eher ein Rückschritt; doch Mamiya bringt auch schon im selben Jahr, ihre erste Mittelformatkamera mit Autofokus auf den Markt, die 645 AF, das ist dann die dritte Generation und eine andere Geschichte.

Konkurrieren muss sie trotz der Marktführerschaft auch mit der erfolgreichen Pentax 645 Serie. Dort hatte man bereits 1997 den Autofokus eingeführt. Allerdings war die Kamera grundsätzlich nicht modular aufgebaut wie die Mamiyas und Pentax führte auch erst 1984, neun Jahre nach Mamiya, das Format ein.

Nebenbei war Mamiya auch im Format 6×7 der erfolgreichste Kamerahersteller. Die RB und RZ Kameras laufen auch heute noch, und meistens rund.

2006 wurde dann aus der Firma Mamiya Optical Works, nach einer wirtschaftlich turbulenten Zeit in den Achtzigern und Neunzigern, Mamiya Digital Imaging Ltd. Es gab noch eine „Muttergesellschaft“ die die Fotosparte (eine von dreien) an Cosmo Digital Imaging „transferiert“ hat (http://www.print.de/News/Markt-Management/Mamiya-Digital-Imaging-Neue-Firma). Die neue Mamiya Gesellschaft, verabschiedete sich von allen was nicht irgendwie digital war, so auch die letzte, manuell zu fokussierende Mittelformatkamera 645 PRO TL (Produktionszeitraum 1999 bis 2006) und nur die 645 AF (Autofokus und mit Digitalrückteil benutzbar) wurde weiter fortgeführt. 2009 kaufte sich Phase One A/S bei Mamiya ein (siehe http://www.photoscala.de/2009/03/26/phase-one-kauft-sich-bei-mamiya-digital-imaging-ein/). Schlussendlich bekamen die „digitalen“ 645 Bodys nun unterschiedliche Labels (bis zur 645 AFD II hießen sie Mamiya und danach PhaseOne und dann wieder Mamiya). Die Non-AF Objektive hatten keinerlei elektrische Kontakte, so war es u. a. auch schwieriger, im Nachhinein eine Blendenautomatik einzuführen, die ja auch nie erfolgte. Ein paar Monate später kaufte PhaseOne/Mamiya Leaf auf. Heutzutage, 2016, gibt es einen Mix zwischen Kameras und Rückteilen. Das Leaf Logo prangt nur auf den digitalen Rückteilen, die Objektive mit dem Label Mamiya sind als Schneider-Kreuznach gekennzeichnet und an den Bodys gibt es welche von PhaseOne und wieder welche nur unter dem Label Mamiya.

Doch zurück zu den „nicht Autofokus, nicht digitalen“ Mamiyakameras.

Zur Hintergrundinformation. Es gibt folgende mehr oder weniger verwendete Mittelformate (exotische Panoramaformate nicht mit einbezogen). Im Gegensatz zum Kleinbild 36×24 ist die tatsächliche Aufnahmegröße im Mittelformat immer etwas keiner; für das Format 6×4,5 gilt 56mm x 41,5 mm.

  • 6×4,5 (Mamiya 645 Serie)
  • 6×6 (Mamiya C220/C330 Serie)
  • 6×7 (Mamiya RZ/RB Serie)
  • 6×8
  • 6×9
  • 6×12 (Panorama)
  • 6×17 (Panorama)
Vergleich der Aufnahmeformate des APS-, Kleinbild und Mittelformats
Vergleich der Aufnahmeformate des APS-, Kleinbild und Mittelformats

Immer wird/wurde jedoch Film des Formates 120 oder 220 verwendet; für 220 Rollfilm gibt es derzeit nur noch den Kodak Portra 160.
Von der zweiten und letzten Generation, die keinen Autofokus nutzte, gab es genau drei Kameras:

Vergleichstabelle der technischen Eigenschaften
645 Super 645 Pro 645 Pro TL
Jahr der Einführung 1985 1992 1997
Objektivanschluss Mamiya 645 Mamiya 645 Mamiya 645
Belichtungsmessbereich 0 – 19 EV 1 0 – 19 EV 1 0 – 19 EV 1
Belichtungsmessmethode Mittenbetont, Spot, Autoshift 2 Mittenbetont, Spot, Autoshift 2 Mittenbetont, Spot, Autoshift 2
Einstellbarar ISO Bereich  25 – 6400  25 – 6400 25 – 6400
Film Typ 135, 120, 220, Polaroid 135, 120, 220, Polaroid 135, 120, 220, Polaroid
Anzahl der möglichen Aufnahmen 120: 15, 220: 30 120: 15, 220: 30 120: 15, 220: 30
Dateneinbelichtung, außerhalb d. Fotos Nein Nein Nein
Belichtungsprogramm Zeitautomatik Zeitautomatik Zeitautomatik
Belichtungskorrektur +/- 3 EV in Drittelstufen +/- 3 EV in Drittelstufen +/- 3 EV in Drittelstufen
Belichtungsspeicher Ja Ja Ja
Belichtungszeiten 8 – 1/1000s 8 – 1/1000s 8 – 1/1000s
Belichtungszeiten manuell 4 – 1/1000s, B 4 – 1/1000s, B 4 – 1/1000s, B
Halbe Belichtungsstufen in M und Tv Ja / Nein Ja / Nein Ja / Nein
Selbstauslöser Nein Ja, 10 Sek. Ja, 10 Sek.
Spiegelvorauslösung Ja Ja Ja
Belichtungsreihe Nein Nein Nein
Mehrfachbelichtung Ja Ja Ja
Motor 3 0,8 Bilder pro Sek. 1 1/2 Bilder pro Sek. 1 1/2 Bilder pro Sek.
TTL Blitzen  Nein  Nein Ja
Blitzsync. 1/60s 1/60s 1/60s
Autofokus Nein Nein Nein
Autofokusmessbereich
Sucherbildfeld (horiz.) 2 0,79x, 94% 0,79x, 94% 0,79x, 94%
Dioptrienkorrektur 2 Zusatzlinsen Zusatzlinsen Zusatzlinsen
Anzahl Wechselmattscheiben 5 6 6
Abblendschieber Am Objektiv Am Objektiv Am Objektiv
Bildgröße 41.5 x 56 mm 41.5 x 56 mm 41.5 x 56 mm
Batterien Body 1x 4LR44/4SR44/2CR-1/3N 1x 4LR44/4SR44/2CR-1/3N 1x 4LR44/4SR44/2CR-1/3N
Batterien Motor 6 x AA 6 x AA 6 x AA
Externes Batteriepack Ja Ja Ja
Größe (B, H, T) 91 x 87,5 x 116 mm 124 x 102,5 x 124 mm 124 x 102,5 x 124 mm
Gewicht 895 gr.  980 gr. 970 gr.

Wenn man es genau betrachtet, sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen marginal. Sicherlich, Mechanik und Elektronik werden intern immer verbessert, bzw. auch ein gutes Stück kostengünstiger hergestellt, aber warum es neue gab und was die tatsächlichen Neuerungen waren, darüber schweigt sich Mamiya auch in den ausführlichen Broschüren aus. Tatsächlich sind es immer nur Kleinigkeiten, die äußerlich „modifiziert“ wurden. So gab es einige Designänderungen von der „Super“ zur „Pro“, einen Selbstauslöser, einen anderen Zusatzmotor und die Zubehörteile wurden auch etwas verändert. Aber das war es dann auch schon. Und der einzige Unterschied von der „Pro“ zu „Pro TL “ ist die TTL Blitzmessfähigkeit.

Wechselmagazin

Das wesentliche neue Element der zweiten Generation, war aber das jederzeit abnehmbare Filmmagazin. So konnte man verschiedene Filme während eines Fotoshootings nehmen. Z. B. Vier Bilder in Farbe, dann wieder welche in Schwarzweiß, dann einen Lichtempfindlicheren etc. Es gab keine Grenzen mehr, außer die der mitgenommenen Taschen. Die ISO Zahl wird am Filmmagazin eingestellt. So muss bei einem Wechsel nicht darauf geachtet werden, es am Gehäuse jedes Mal neu einzustellen, was in einer Hektik schnell mal vergessen wird. Nur beim Einlegen muss selbstverständlich drauf geachtet werden.

Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin

 

 

 

 

 

 

Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit offenem Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL mit geschlossenem Filmmagazin

 

 

 

 

 

 

Bei obigen Bildern kann man schön das Prinzip des abnehmbaren Filmmagazines erkennen. Ein geschlossener Behälter nimmt den Filmhalter (120er oder 220er Insert) auf und verschließt ihn lichtdicht.
Die Magazine sind mechanisch recht ausgefeilt. So kann man im abgenommen Zustand (egal ob ein Film eingelegt ist oder nicht) den Schieber nicht aus dem Magazin entfernen. Der Schieber dient der Schließung des Magazinfensters. So ist immer sichergestellt, das ein möglicher eingesetzter Film, nicht versehentlich belichtet wird. Der Schieber kann nur dann entfernt werden, wenn das Magazin an der Kamera angesetzt ist oder aber man drückt den folgenden kleinen unscheinbaren Pin rein.

Bild

Auch gibt es eine doppelte Sicherung um das Magazin vom Body zu trennen. Zuerst muss man einen Knopf runter drücken, um dann gleichzeitig einen weiteren eindrücken zu können, der die Verriegelung zum Body löst. Will man die Klappe des Magazines öffnen, um die Filmrolle zu entnehmen, ist ebenfalls eine doppelte Sicherung vorhanden. Das Prinzip findet sich auch an der Prismasucherbefestigung und dem Griff wieder. Zwar ist es durch die Schiebersicherung unmöglich, das bei einem Wechsel Licht auf den film kommt, doch den hinteren Deckel kann man jederzeit öffnen.

Das An- und Abnehmen haben sich als sehr praktikabel erwiesen. Nichts hakelt oder ist nicht passend, so das es einem unter Umständen beim Wechsel aus den Händen gleitet.

Mamiya 645 PRO TL Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL Filmmagazin

 

Das Magazin ist immer dasselbe, sie können jedoch wählen ob Sie ein 120er Insert oder ein 220er Insert einlegen. Die eingebaute Zählerscheibe geht bis 30.

Mamiya 645 PRO TL Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL Filmmagazin
Mamiya 645 PRO TL Filmmagazinbildzähler
Mamiya 645 PRO TL Filmmagazinbildzähler

 

 

 

 

 

 

Leider gibt es nur noch einen 220er Film – Kodak Portra 400 (Stand August 2017), deshalb lohnt sich das nicht mehr für mich. Interessanter ist da schon eher ein Filmmagazin für 135er Kleinbild (HC401), hab ich noch nicht, steht aber auf der Einkaufsliste.

Früher, da waren Packfilm Polaroids z. B. Typ 100 noch billig im Gegensatz zu einem 6×4,5 Negativ und man konnte Belichtung und Komposition schnell überprüfen. Deshalb gab es einen extra Filmhalter (HP401) für diese, um vor einer „richtigen“ Aufnahme zu überprüfen, ob z. B.  die Belichtung und Ausschnitt gut sind.

Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Seitenansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Seitenansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Vorderansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Vorderansicht

 

 

 

 

 

 

Heutzutage, ist das ein teures Vergnügen für nur ein kleines Bildchen. Gerade im Hinblick darauf, das die Produktion von Fuji Anfang diesen Jahres 2016 eingestellt wurde. Es gibt keine Filme mehr dafür.

Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Vergleich
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Vergleich

Aber Spaß machte es trotzdem.

Auch in diesem Magazin, ist die Sicherung durch den Schieber gewährleistet.

Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Rückansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Rückansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Rückansicht
Mamiya 645 PRO TL Polaroid Pack Film Holder HP401 Rückansicht

 

 

 

 

 

 

Der Problematik, des nach unten sehr vorstehenden Filmmagazines, hatte sich Mamiya mit einem Stativkopfadapter (N-2) gewidmet. Er erhöht, durch einfaches Unterschrauben an das Gehäuse, das Selbige. Wie in den obigen ersten Bildern zu sehen, habe ich einen sehr schmalen Kopf mit sehr kleiner Arca-Swiss Schnellwechselplatte genommen. Die Größe des Stativkopfes, ist im Hinblick auf die Größe und Gewicht der Kamera, nicht ideal aber es geht ganz gut.

Body

Im Artikel über die Pentax 645 (welches meine erste Mittelformatkamera war) erwähnte ich, dass ich persönlich keine Motoren in Kameras mag. Schlussendlich ist das auch der Ausschlag gewesen, das System zu wechseln. Im Gegensatz zum Pentax System, ist das von Mamiya modular aufgebaut.

Hier können Sie anhand der Mamiya 645 Super, den Aufbau erkennen. Das ist bei der Pro und Pro TL, dasselbe Schema.

Mamiya 645 Super - Modularer Aufbau
Mamiya 645 Super – Modularer Aufbau

Hier ein kleiner Teil des Zubehöres zur Pro TL, es gibt noch mehr, das Chart ist nicht vollständig.

Mamiya 645 Pro TL Systemchart
Mamiya 645 Pro TL Systemchart

Prinzipiell ist das Mamiya System etwas teurer in der Anschaffung als das Pentaxsystem. Wer mehr Möglichkeiten haben will, muss auch mehr zahlen. Allerdings schwanken die Preise in Europa teilweise erheblich. Günstig ist es meistens nur in Asien, egal ob Japan oder Südkorea, dort beziehe ich auch einen Teil meiner Ausrüstung her.

Aber auch wenn die PRO TL einen gewissen Höhepunkt darstellte, dürfen ein paar, mehr oder weniger bedeutsame, Negativpunkte erwähnt werden.

  1. Sie hat nur die Zeitautomatik oder Zeitvorwahl mit Nachführmessung. Das ist selbst für das Jahr 1999 extrem wenig Ausstattung! Gleichwohl, das mit dem die meisten Berufsfotografen auch heute noch arbeiten (abgesehen von der Nachführmessung 😉 ).
  2. Die Zeitautomatik geht nur bis zu 8 Sekunden, automatische Langzeitbelichtungen bis 30 Sekunden waren zu der Zeit bereits Standard.
  3. Es gibt nur ganze Belichtungsstufen in der Zeitvorwahl, nur über ISO-Stufen als indirekte Belichtungskorrektur sind drittel oder halbe Blendenstufen korrigierbar.
  4. Will man mit der Einstellung AEL am Zeiteneinstellrad, die gemessene Belichtung speichern, so gelingt das zwar wenn man den Auslöser für die Belichtungsmessung halb durchdrückt, aber er muss auch bis zum Auslösen halbgedrückt bleiben, es gibt keine richtige Speicherung für eine gewisse Zeit, für ein paar Sekunden. Das ist nicht gerade benutzerfreundlich. Gerade wenn man dann noch den Spiegel hochklappen will.
  5. Objektive haben nur ganze Blendenstufenrastungen, man kann allerdings den Blendenring auch nur eine halbe Blende drehen (ohne Rastung), das geht und wird entsprechend in der ermittelten Belichtung im Sucher angezeigt.
  6. Es gibt keine Blendenanzeige im Sucher, egal mit welchem Prisma.
  7. Durch das abnehmbare Magazin, ist in einem Moment des Wechselns, der Tuchschlitzverschluss frei und kann unmittelbar beschädigt werden, ein Risiko, das Mamiya mit anderen Herstellern teilt.
  8. Der Blitzschuh ist seitlich horizontal angebracht. Kann aber durch eine Extraschiene für eine vertikale Nutzung erweitert werden.
  9. Betrieb immer nur im Serienbildmodus. Die Kamera nimmt solange auf, wie der Finger auf dem Auslöser ist.
  10. Im Gegensatz zum konkurrierendem Pentaxsystem:
    a. Der Sucher ist etwas dunkler als der Pentax 645 Sucher.
    b. Der Motorgriff ist nicht so fest angebaut wie der von der Pentax 645, obgleich immer noch sehr stabil!
    c. Der Griff ist bei Weitem nicht so ergonomisch und gut fassbar.

Anders als Kleinbildkameras, wiegen Mittelformatkameras naturgemäß von „etwas“ bis „erheblich“ mehr. Meine M645 PRO TL mit meinem Lieblingsobjektiv 80mm 1:1,9 (auf KB gerechnet ca.: 50mm) bringt stolze 2,2 kg in die Hände, mit der Kurbel nur noch 1.7 kg.

Mamiya 645 PRO TL mit Sekor C 80mm 1:1.9
Mamiya 645 PRO TL mit Sekor C 80mm 1:1.9

Es gibt selbstverständlich Befestigungen für einen Kameragurt. Hab ich probiert, meine Nackenmuskulatur scheint dem nicht lange standhalten zu können. Hätte ich ja schon von meiner Pentax 645 wissen müssen. Aber für die Schulter ganz gut.

Der Body ist an jeder Seite vollgepackt mit Schaltern, Funktionen und Buchsen. Hier im vorderen rechten Bereich des Griffes sehen Sie: 1. In die längliche Buchse stecken Sie das Verbindungskabel für Zentralverschlussobjektive (das diesen normalerweise beiligen sollte), der Zentralverschluss im Objektiv wird nun automatisch gespannt. Daneben ist die runde Buchse für das externe Netzteil des Griffes (z. B. für längeres Arbeiten im Studio), es gibt noch eine für den Body (kommt gleich noch). ACHTUNG in der Bedienungsanleitung des Griffes sind die Nummerbezeichnungen oder die Nummern (wie man möchte) vertauscht. Für jedes Zubehörteil gibt es eine eigene Bedienungsanleitung. Sie finden in der Anleitung für den Body nichts über diesen Griff, außer das er existiert.

Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 vordere Ansicht
Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 vordere Ansicht

Ferner ist der runde Knopf mit umliegenden Drehschalter, rechts unterhalb des Objektivbajonetts, der Auslöseknopf des Bodys, wenn Sie keinen Griff, sondern nur die Kurbel haben. Dieser ist auch noch mit angesetztem Griff aktiv. Um auf Nummer Sicher zugehen, wird empfohlen den Schalter auf den roten Punkt zu drehen, dann ist dieser mechanisch blockiert. Nach ganz links gedreht ist das Symbol für den 10 Sekunden Selbstauslöser. Der Selbstauslöser kann durch das Drehen auf das weiße Kästchen (Mitte, normaler Aufnahmemodus) oder durch Einschieben des Magazinschiebers, während der abzählenden 10 Sekunden, jederzeit abgebrochen werden. Ebenfalls vorne am Gehäuse oberhalb des Auslöseknopfes ist eine rote Lampe. Sie dient der visuellen (kein piepen) Batterieprüfung und der Anzeige ob, der Selbstauslösemodus aktiviert wurde.

Oberhalb der länglichen Buchse für Zentralverschlussobjektive am Griff, ist die Griffver-/-entriegelung. Doppelte Sicherung, zuerst den blauen Knopf reindrücken und dann den oberen Schieber nach oben schieben.

Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 abgenommen
Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 abgenommen

Bevor Sie den Griff (WG401) ansetzen, achten Sie bitte auf die beiden Gummipunkte am Griff und die beiden Flächen am Gehäuse, auf denen diese beiden Gummipunkte draufsitzen. Für einen steiferen Halt sollten beide Seiten absolut sauber sein. Am besten Sie wischen mit einem feuchten Mikrofasertuch über diese Stellen. Achten Sie bei einem Kauf auf die Abnutzung dieser Punkte!

Auf der gegenüberliegenden Seite.

Mamiya 645 PRO TL vordere linke Ansicht
Mamiya 645 PRO TL vordere linke Ansicht

Hier gibt es nur einen Druckknopf, den Batterietestknopf. Drücke Sie den, testen Sie die Gehäusebatterie und die rote Lampe auf der anderen Seite oben, beim Schriftzug PRO TL, leuchtet auf, oder eben auch nicht (ist auch im ausgeschalteten Zustand möglich).

Mamiya 645 PRO TL linke Seitenansicht
Mamiya 645 PRO TL linke Seitenansicht

Die linke Gehäuseseite, bietet auch einiges an Funktionen. Für die Blitzfunktionen, die hier in diesem Artikel nicht ausgeführt werden, schauen Sie bitte in die Bedienungsanleitung des Blitzzubehörs. Wichtig auf dieser Seite ist nur der Drehhebel für die Spiegelvorauslösung, mit M. UP für Mirror up bezeichnet und die Buchse in der Mitte unten, die freigeschoben werden möchte. Hier wird u. a. das elektromagnetische Drahtauslösekabel angeschlossen. Selbstverständlich kann auch ein Mechanisches verwendet werden, das geschieht entweder über einen Adapter oder direkt am Griff (WG401) in der Auslösebuchse, ferner existiert auch eine Infrarotauslöseeinheit (RS-401). Der schwarze Schieber links neben dem Drehhebel für M. UP, ist die Objektiventriegelung.

Im oberen Bild schön zu sehen, ist der rote Griff des Magazinschiebers. In der hinteren Position ist die Kamera nun aufnahmebereit und ein Abnehmen ist nicht mehr möglich.

Mamiya 645 PRO TL linke Seitenansicht
Mamiya 645 PRO TL linke Seitenansicht

Ist der Schieber in der Position, die das Magazinfenster vorne schließt, so ist eine Aufnahme nicht mehr möglich, dafür kann das Magazin nun gewechselt werden.

Auf dem nächsten Bild sehen wir am Rücken des Filmmagazines, den Notizenhalter oder die Filmmerkklemme, vermutlich gibt es noch weitere Bezeichnungen dafür.

Mamiya 645 PRO TL Rückansicht
Mamiya 645 PRO TL Rückansicht

Wenn Sie wie ich, gerne die Kartonlaschen der Filmverpackung nutzen, können Sie ein zurechtgeschnittenes dickeres oder gefaltetes Papier hinter die Kartonlasche legen. Dann liegt das Ganze etwas strammer an. Zwar kann die Lasche auch ohne schwer rausfallen aber mit einer Unterlage ist es sicherer.

Hinter dem Griff, am Gehäuse, gibt es noch den Schalter „Multi“. Wird dieser umgelegt, wird der Verschluss nach dem Auslösen zwar gespannt, nicht mehr aber der Film transportiert. Klare Sache, das ist die Mehrfachbelichtungseinrichtung. Aber es gibt keine automatische Rückstellung, nach einem Bild, was viele andere Kameras machen! Hier wird solange das eine Bild belichtet, wie man den Schalter nicht wieder umlegt.

 

Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 abgenommen
Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 abgenommen

Mit angesetztem Griff kommen Sie aber nicht an diesen Schalter. Dafür gibt es dann im Boden des Griffes, einen Schieber der das nun übernimmt. Dieser ist rein mechanisch mit dem Schalter am Gehäuse gekoppelt.

Mamiya 645 PRO TL Bodenansicht
Mamiya 645 PRO TL Bodenansicht

Im Boden des Gehäuses ist die Batterie untergebracht. Sie ist für den internen Belichtungsmesser und den Auslöser da. Ohne diese Batterie macht die Kamera nichts. Es kommt eine geläufige kleine 6 Volt Batterie zum Einsatz. Beachten Sie, das die Batterien des Griffes keinen Strom für den Body liefern. Sie können folgende Batterien nutzen: 6V Alkali-Mangan 4LR44, A544, V4034PX – das sind auch im Regelfall die Günstigsten. Daneben gibt es Silberoxidbatterien (heutzutage nur noch mit 6,2 Volt, das aber kein Problem darstellt, auch nicht für die Belichtungsmessung): z. B. 4SR44, V28PX oder auch 4028. Und dann gibt es noch 6 Volt Lithiumbatterien u. a. mit folgenden Bezeichnungen: PX28L, V28PXL, 2CR-1/3N.

Lithium und Silberoxid muss man nicht unbedingt haben, sie sind relativ teuer und der Vorteil des Lithiums kann bei Kameras nicht immer ausgespielt werden. Diese Art von Batterien liefern von Anfang bis Ende immer dieselbe Leistung. Und am Ende, welches man nicht vorher erahnen kann, können sie abrupt nicht mehr funktionieren, sozusagen von 100 auf 0. Das muss nicht sein und kann, wenn man keine Ersatzbatterie dabei hat, auch problematisch werden. Bei einer Alkalibatterie weiß man, dass die Spannung langsam abfällt, wenn man die Batterieprüftaste drückt und man hat Zeit zu reagieren.

Silberoxid- und Lithiumbatterien haben aber auch Vorteile. Beide Sorten sind temperaturunempfindlicher. Alkali-Mangan hat Probleme wenn’s kalt wird. Die beiden Anderen sind bis Temperaturen von -10° Celsius (Silberoxid) bzw. -20° Celsius (Lithium) verwendbar! Sollten Einsätze geplant sein, die jenseits -10° sind, sollten Sie jedoch nur noch Lithium verwenden (oder aber ein bestimmtes Zubehörteil nutzen, auf das ich gleich zu sprechen komme). Eine Silberoxidbatterie kann, bei noch niedrigeren Temperaturen, irreparablen Schaden nehmen. Die Lithiumbatterie können Sie bis -55° „lagern“ und sie nimmt keinen Schaden, nur Strom gibt sie erst wieder ab ca. -20° und wärmer ab. Theoretisch, bisher war ich mit der Kamera nicht in Gebieten in denen das so kalt war.

Meine kaufe ich bei meinem Fotofachlabor um die Ecke, bei dem ich auch meine Filme entwickeln lasse und unterstütze so seine Arbeit zusätzlich. Dabei kostet sie nur unwesentlich mehr als bei einem Billigheimer im Internet.

Für die Batterie gibt es ein nettes Zubehörteil. Leider noch nicht in meinem Besitz. Ein Adapter für das Batteriefach mit einem langen Kabel, ca. 1m,  und einem Behälter dran, der eine Batterie aufnimmt. Das ist die externe Stromversorgung. Das Geniale daran ist, dass man so auch in sehr kalter Umgebung, z. B. minus 20° Celsius arbeiten kann. Denn den kleinen Behälter kann man bequem in die Hosentasche stecken. Schlau von Mamiya, wenn man’s braucht.

Belederung

Gibt es keine. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff, im Inneren gibt es selbstverständlich ein Aluminiumchassis. Die Oberfläche des Kunststoffes ist angenehm, nicht glatt, sondern so ähnlich wie mattiert, aber auch nicht rau.

Sucher
Mamiya 645 PRO TL AE Prism Finder FE 401 Drehknöpfe
Mamiya 645 PRO TL AE Prism Finder FE 401 Drehknöpfe

Wie fast alles, ist auch dieser abnehmbar. Es gibt drei verschiedene Varianten von Prismen und zusätzlich noch einen Lichtschachtsucher (mit diesem ist keine Belichtungsmessung möglich, hierbei müssen Sie dann einen Handbelichtungsmesser verwenden). Der AE Prismasucher ist der bestausgestatteste von den drei Suchern. Er erlaubt als Einziger eine Belichtungskorrektur und eine Spotbelichtungsmessung. Kleines Detail am Rand. Nur in Verbindung mit dem lichtstarkem Objektiv Sekor C 80mm 1:1,9 hat die Kamera einen Belichtungsmessbereich von 0-19 EV, sonst nur von 1-19 EV. Eine Dioptrienkorrektur ist über einschiebbare Zusatzgläser möglich. Kleiner Nachteil aller Sucher, es werden keine Blendenwerte angezeigt, aber das sagte ich ja bereits. Ein integrierter Okularverschluss ist ebenfalls nur in diesem Sucher vorhanden.

Der Sucher zeigt im Inneren Zwischenbelichtungszeit-Stufen an; was genau damit gemeint ist, darüber schweigt sich die Bedienungsanleitung aus. Denn man könnte jetzt zwar meinen, es sind halbe Blendenstufen, aber es gibt da ja noch die Belichtungskorrektur mit Drittelstufen! Also, die exakte Belichtungszeit wissen Sie nur, wenn die Anzeige auf nur einer Zeitanzeige z. B. der 1/500 Sekunde liegt. Werden zwei Zeiten gleichzeitig angezeigt (das ist die Anzeige für eine „Zwischenstufe“), weiß man nicht, ist es jetzt eine halbe oder eine drittel bzw. zweidrittel EV Stufe.

Falls der Sucher einmal abgenommen werden muss, kann zum Schutz für die darunterliegende Mattscheibe eine Deckkappe aufgesetzt werden.

Mamiya 645 Pro TL Body Abdeckkappe
Mamiya 645 Pro TL Body Abdeckkappe
Griff
Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 obere Ansicht
Mamiya 645 PRO TL Power Drive Grip WG 401 obere Ansicht

Im Handgriff sind sechs AA-Batterien untergebracht. Die halten sehr lange. In jedem Supermarkt zu bekommen. Was will man mehr. Hier können Sie auch umweltfreundlichere 1,2 Volt Akkus nehmen. Ich selber nutze Eneloops 1,2 Volt (wiederaufladbare Langzeitakkus).

Der Drehschalter beinhaltet auch den Auslöseknopf. In den vier Stellungen, die er anbietet, haben Sie mit BC eine Batterieprüfung, die nur die Batterien des Griffes prüft, nicht die Batterie des Gehäuses. Das funktioniert auch ohne das der Griff am Gehäuse angebracht ist. Die Stellung Off macht die Kamera aus, auch der Auslöseknopf am Body ist jetzt deaktiv. Beide Knöpfe bzw. Schalter interagieren. Ist z. B. der Drehschalter am Gehäuse auf Selbstauslöser gestellt und drücken Sie am Griff den Auslöser, wird die Selbstauslösung aktiviert. On ist ja klar! Start wird benutzt, um beim ersten Einlegen eines Filmes bis zum Anfang vorzuspulen. Eigentlich ist das nicht notwendig. Denn die Kamera erkennt, dass der Film noch nicht vorgespult ist, und würde auch auf Stellung On zum Anfang vorspulen. Ist der Film einmal vorgespult, ist die Funktion Start außer Betrieb, Sie können noch so oft auf Start drehen, es passiert nichts. Id….sicher. Aber warum das Alles? Nur Mamiya wusste es. Haben Sie die Kurbel angesetzt, müssen Sie solange kurbeln bis der Mechanismus von alleine stoppt. Ich hab das nohc nicht gezählt, es sind wohl so zwei bis drei Umdrehungen.

Für den Griff/Kamera gibt es auch eine externe Stromversorgung, das ist allerdings keine Batterie, sondern ein sehr großes und schweres Netzteil mit großer Kupferspule; vollelektronische kleine, wie wir sie heute kennen, waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht verbreitet und noch sehr teuer.

Wenn Sie von oben auf den Griff schauen, fällt Ihnen auf, dass der vordere Wulst sich von innen nach außen abgerundet ist. Man kann sich somit nicht, wie bei der Pentax 645, mit den Fingerspitzen einfach „einhaken“ und die Kamera baumeln lassen (der Winkel des Wulstes ging zum Gehäuse hin). Bei diesem Griff geht der Wulst vom Gehäuse weg, hier ist nun zwingend der Daumen vonnöten, um von hinten den Griff zu stabilisieren.

Die Kurbel!

 

Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401

Die Kurbel (AC401) wird, in Relation zu den Motoren, auf dem Gebrauchtmarkt seltener angeboten. Sie ist absolut simpel anzubringen. Man muss sich nur für den Winkel entscheiden. Um damit die Kamera zu spannen und den Film vowärts zu transportieren, muss die Kurbel einmal um 360° gedreht werden. Dazu wird nur sehr wenig Krauftaufwand benötigt. Jetzt allerdings hört man den Verschluss und den Spiegelschlag viel intensiver (das Motorengeräusch entfällt ja), auch wenn es für mich immer noch zu leise ist und der „Sound“ nicht gegen das Plop einer Hasselblad 503 ankommt, finde ich es viel angenehmer als das Motorengeräusch.

Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401

 

 

 

 

 

 

Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401
Mamiya 645 PRO TL mit Kurbel AC401

 

 

 

 

 

Wenn sie Ihren Motor gegen die Kurbel tauschen wollen, was ich aus oben genannten Gründen nur empfehlen kann, haben Sie dann allerdings nicht mehr die Möglichkeit mit einem gewöhnlichen Drahtauslöser auszulösen. Der WG401 hat ja im Auslöseknopf dafür das Gewinde, Achtung, der „kleinere“ Griff WG402 hat das Gewinde nicht! Sie benötigen nun den elektrischen Kabelauslöser Typ A (1m) oder Typ B (4m) – auch für die Mamiya RZ 67 gedacht, oder aber den Drahtauslöseradapter RC402. Mit dem Adapter können Sie einen Drahtauslöser weiterverwenden. Ich habe mich für den Auslöser Typ A entschieden. Er ist größer, ergonomisch, sieht gut aus und 1m reichen mir.

Mamiya 645 PRO TL mit Auslöserkabel Typ A
Mamiya 645 PRO TL mit Auslöserkabel Typ A
Mamiya 645 Auslöserkabel Typ A
Mamiya 645 Auslöserkabel Typ A

 

 

 

 

 

 

Der Stecker des Auslösekabels hat einen Schalter mit zwei Stellungen, O für Open, um ihn in die Buchse einschieben zu können und L für Lock, zum Arretieren. Wie im obigen Bild zu sehen gibt es einen Rand um den weißen Druckauslöser. Stehen die Markierungen der beiden weißen Punkte gegenüber, so ist der „normale“ Auslösemodus aktiv. Steht die innere Markierung dem orangenen Punkt mit den Buchstaben LT gegenüber, so ist der Auslösknopf dauerhaft gedrückt. Diese Einstellung wird für Langzeitbelichtungen genutzt um die Zeit der Belichtung nicht den Knopf ständig gedrückt zu halten. Einfach den Knopf drücken und die Drehscheibe entsprechend drehen. Drückt man nur halb durch, wird die Belichtungsmessung aktiviert und im Sucher angezeigt. Hier gibts eine Anleitung dafür: Mamiya 645 Pro TL Elektromagnetischer Drahtauslöser Typ A

Objektive – Manueller Fokus
Mamiya 645 PRO TL mit Objektiven
Mamiya 645 PRO TL mit Objektiven

 

Es ist mit der derzeitigen Quellenlage nicht möglich, korrekte Daten zu recherchieren, da sich Datenblätter / Broschüren teilweise widersprechen und oftmals sehr ungenau sind. Hinzu kommt das in deutschen Broschüren, Bedienungsanleitungen Rechtschreibfehler und Zuordnungsfehler existieren.

Nicht alle Objektive sind von Mamiya einheitlich, stringent bezeichnet worden. Ich habe mir die Freiheit genommen die Bezeichnung etwas umzustellen, in dem ich die Brennweite vor die „Lichtstärke“ gesetzt habe und ein vorhandenes „f “ vor der Brennweite weg ließ. Normalerweise ist der Name auf dem Objektiv so: Mamiya-Sekor C 1:1.9 f=80mm. Mamiya änderte aber auch später die Reihenfolge. Bei den meisten Objektivherstellern ist die Form heutzutage so, das am Anfang der Hersteller plus einer eigenen Bezeichnung steht und dann die Brennweite sowie die relative Öffnung. Ansonsten ist die Reihenfolge bzw. die Bezeichnungen 1 zu 1 übernommen. Gerade was die Abkürzungen betrifft.

Wie Sie unten sehen, es gibt insgesamt ca. 43 hergestellte unterschiedliche Objektive für das M 645 System ohne Autofokus. Allerdings sind es „runtergebrochen“ „nur“ 15 unterschiedliche Brennweiten in teilweise unterschiedlichen Versionen, davon drei Varioobjektive. Oft gibt es von einem Objektiv verschiedene Versionen.

Ich habe Mamiya um eine Erklärung gebeten, was die einzelnen Abkürzungen bedeuten. Gerade das „N“, welches im Netz als „neu“ interpretiert wird, ist schon seltsam. Leider ist Mamiya Deutschland nicht in der Lage das Rätsel aufzulösen.

Was ich allerdings zwischen den alten und den N Objektivenfestellen konnte waren folgende:

Der Umschalter  zwischen Arbeits- und Springblende ist verändert worden (links alt, rechts neu):

Mamiya 645 Objetkiv Blendenumschalter

Mamiya 645 Objetkiv Blendenumschalter

Die Gummierung ist anders strukturiert (links alt, rechts neu):
Mamiya 645 Objektivgummierung

Mamiya 645 Objektivgummierung

Weiterhin sind bei den Nachfolgern, z. B. zwischen den

  • Mamiya-Sekor C 80mm 1:1.9
  • Mamiya-Sekor C 80mm 1:1.9 N

Objektiven das Gewicht von 416 gr. auf 426 gr., angewachsen und die Vergütungen haben sich geändert.

Bleibt nur noch zu erwähnen, das sich die Schriftart und das Schema der Objetkivbenennung verändert hat. Andere signifikante Veränderungen sind nicht ausmachbar. Vermutlich veränderte Linsenrechnungen haben sich nicht bestätigt.

Hier eine Auflistung:

  1. Mamiya-Sekor Fisheye C 24mm 1:4
  2. Mamiya-Sekor Fisheye ULD C 24mm 1:4
  3. Mamiya-Sekor C 35mm 1:3.5
  4. Mamiya-Sekor C 35mm 1:3.5 N
  5. Mamiya-Sekor C 45mm 1:2.8 S
  6. Mamiya-Sekor C 45mm 1:2.8
  7. Mamiya-Sekor C 45mm 1:2.8 N
  8. Mamiya-Sekor Shift C 50mm 1:4
  9. Mamiya-Sekor C 55mm 1:2.8 S
  10. Mamiya-Sekor C 55mm 1:2.8
  11. Mamiya-Sekor C 55mm 1:2.8 N
  12. Mamiya A 55mm 1:2.8 N/L
  13. Mamiya-Sekor C 70mm 1:2.8
  14. Mamiya-Sekor C 70mm 1:2.8 E
  15. Mamiya-Sekor C 80mm 1:1.9
  16. Mamiya-Sekor C 80mm 1:1.9 N
  17. Mamiya-Sekor C 80mm 1:2.8
  18. Mamiya-Sekor C 80mm 1:2.8 N
  19. Mamiya-Sekor Macro C 80mm 1:4
  20. Mamiya-Sekor Macro C 80mm 1:4 N
  21. Mamiya A 80mm 1:2.8 N/L
  22. Mamiya-Sekor C 110mm 1:2.8
  23. Mamiya-Sekor C 110mm 1:2.8 N
  24. Mamiya MACRO A 120mm 1:4 M
  25. Mamiya-Sekor SF C 145mm 1:2.8
  26. Mamiya-Sekor A 150mm 1:2.8
  27. Mamiya-Sekor C 150mm 1:3.5
  28. Mamiya-Sekor C 150mm 1:3.5 N
  29. Mamiya A 150mm 1:3,8 N/L
  30. Mamiya-Sekor C 150mm 1:4
  31. APO Mamiya A 200mm 1:2.8
  32. Mamiya-Sekor C 210mm 1:4
  33. Mamiya-Sekor C 210mm 1:4 N
  34. APO Mamiya A 300mm 1:2.8
  35. Mamiya-Sekor C 300mm 1:5.6
  36. Mamiya-Sekor ULD C 300mm 1:5.6 N
  37. APO Mamiya A 500mm 1:4.5
  38. Mamiya-Sekor C 500mm 1:5.6
  39. Mamiya-Sekor Reflex C 500mm 1:8
  40. Mamiya-Sekor Zoom C 55-110mm 1:4.5 N
  41. Mamiya-Sekor Zoom C 75-150mm 1:4.5
  42. Mamiya-Sekor Zoom C 105-210mm 1:4.5
  43. Mamiya-Sekor Zoom ULD C 105-210mm 1:4.5

Die APO-Objektive von Mamiya, sind in Wirklichkeit keine „echten“ Apochromaten, sondern Halbapochromaten, da sie die dazu notwendigen drei „verschiedenen“ Glassorten nicht aufweisen, sondern lediglich zwei haben. Jedenfalls ist nichts anderes bekannt. Die A-Serie wird von Mamiya nicht als APO bezeichnet. Zwar haben die Objektive, Gläser mit anormaler Teildispersion, doch das macht ein Objetkiv nicht automatisch zum Apochromaten.

Dessen ungeachtet, gibt es keine Norm für „APO“. So bleibt es den Herstellern überlassen Wortkreationen dafür zu erfinden. Und selbst die als „APO“-bezeichneten Objetkive, lassen deshalb keinen Rückschluss auf dessen Korrekturzustand zu.

Hier eine Auflistung mit fast allen technischen Details. Leider ist diese zu groß für die vorgegebenen Breite meiner Webseite.

Mamiya 645 manuell Objektive
Mamiya 645 manuell Objektive
Schlusswort

Ihre Belichtungsmessung ist sehr präzise. Bei z. B. Gegenlichtsituationen ist die bequeme Umschaltung auf Spotmessung genial und zuverlässig.

Sie ist absolut alltagstauglich und ich verwende sie drinnen wie auch draußen.

An das Gewicht muss man sich u. U. gewöhnen.

Wer für unter 1.000 Euro ein vollständiges Mittelformatsystem mit min. drei guten Objektiven haben möchte, ist mit der Mamiya 645 PRO TL sehr gut beraten. Zudem ist es die Jüngste. Die Wahrscheinlichkeit, eine sehr gut erhaltene zu bekommen, ist größer als bei einer Super oder Pro, da diese vorher produziert wurden.

Was man nicht außer Acht lassen darf, es gibt immer noch einen Service von „Mamiya“. Vor einigen Jahren hat die Firma DINKEL GmbH & Co. KG, den Vertrieb und den Service übernommen und dafür sogar in eine eigene GmbH gegründet, die „Mamiya Cameravertrieb und Service für Deutschland GmbH“. Und noch gibt es sogar Neuartikel! http://mamiya.de/index.php/shop/sonderposten. Diese sind teilweise sogar günstiger, als in diversen Auktionsplattformen und haben zudem eine Herstellergarantie! Also besser gehts doch nun wirklich nicht, für uns Analogfotografen.

Wie hochwertig dieses System ist, kann man sich vor Augen führen, wenn man die Preise aus dem Jahr 2000 betrachtet (Preise in Euro 2017 umgerechnet, Inflation etc. eingerechnet), ca.:

Gehäuse: 1200€
Power Drive Grip WG 401: 510€
AE Prism Finder FE 401: 750€
Filmmagazin 120: 330€
Polaroid Pack Film Holder HP401: 330€
Zwischenringe 1: 122€
Zwischenringe 2: 132€
Zwischenringe 3-S: 135€
Auslöserkabel Typ A: 91€
Sekor C 35mm 1:3.5 N: 902€
Sekor C  80mm 1:1.9: 955€
Mamiya A 150mm 1:2.8: 1306€
Mamiya – Sekor Zoom C 55-110mm 1:4.5 N: 1579€
Mamiya – Sekor Zoom ULD C 105-210mm 1:4.5: 1526€

Ich habe also für knapp 1800€ ein System bekommen, für das ich heute eigentlich 9868€ zahlen müsste!

 

Drum prüfet wer sich ewig bindet!

Haben Sie eine Kamera von einem Händler, müssen Sie sich weniger Sorgen machen, das Sie die Katze im Sack gekauft haben. Der Händler hat die Verpflichtung zur gesetzlichen Gewährleistung auch bei Gebrauchtware. Ist nichts in den AGB explizit vereinbart: 2 Jahre, der gewerbliche Händler kann diese Frist allerdings auf 1 Jahr herabsetzen, diese kann aber auch wegfallen, wenn die Ware für eine Privatperson verkauft wird und der Händler nur sein Regal zur Verfügung stellt (er bekommt selbstverständlich eine Provision).

  • Die Dichtungen sind kein Thema. Es gibt überdies auch nur welche im Spiegelkasten. Dichtungen die Ende der Neunziger bzw. Mitte der Zweitausender gemacht worden sind, sollten noch keine Zerfallserscheinungen haben. Die Filmmagazine besitzen keine, da die Labyrinthführung und das Verschließen so gut sind, das kein Licht durchkommt.
  • Die Verschmutzung des Spiegels, der Mattscheibe, des Suchers, der Filmkammer.
  • Das Batteriefach mit Deckel, es sollte im geschlossenen Zustand nicht klappern.
  • Noch mal das Batteriefach (akzeptieren Sie keine Kamera in der einmal eine Batterie ausgelaufen war. Oxidationsschäden können mit erheblich zeitlichem Verzug auftreten!). Das Gleiche gilt für das Batteriefach im Griff.
  • Die Spiegelkammer, die matte schwarze Farbe sollte nicht abgerieben sein.
  • Kaufen Sie die Kamera privat, lassen Sie sich schriftlich ein Rückgaberecht einräumen um die Kamera auf Fehler zu überprüfen.
  • Und als Wichtigstes, der Verschlussvorhang. Nehmen Sie das Filmmagazins ab, lösen Sie mehrfach aus und schauen Sie auf das Tuch.

Mamiya ist es in einer sehr aufreibenden Firmengeschichte gelungen, den Namen ihres Gründers zu retten. Der Name ist nicht nur einfach irgendein Verkaufslabel von einem Kistenschieber. Mamiya steht im Jahre 2016 für eine herrausragende Geschichte, technisch nicht immer auf dem höchsten Stand, doch jederzeit, in hohem Maße zuverlässig. Und ganz am Ende zählt eben nur das, Zuverlässigkeit!

Mit freundlicher Unterstützung von Foto Köser!

1) Mit dem Objektiv Mamiya – Sekor C  80mm 1:1.9, mit dem Mamiya – Sekor C  80mm 1:2.8 1 EV
2) Mit dem Sucher AE Prism Finder FE 401 für 645 Pro/Pro TL, AE Prism Finder N für 645 Super
3) Mit dem Power Drive Grip WG 401 für 645 Pro/Pro TL, Power Grip N für 645 Super

 

Haben Sie auch Erfahrungen mit Ihrem Exemplar, einen speziellen Hinweis oder weitergehende Fragen? Bitte schreiben Sie dazu einen Kommentar.

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10 Gedanken zu “Mamiya 645 Pro TL

  1. Sven Schleier 10. Dezember 2016 / 15:26

    Hallo,
    gerade überlege ich eine der beiden 645 Kameras zu kaufen die sie hier beschreiben. Toll das sie sich so viel Mühe gegeben haben.
    Ich wunderte m ich das die Mamiya Modelle laut ihrer Liste rund 400g leichter sind als die Pentax. Ist die Mamiya ohne Griff gemessen worden, die Pentax mit?
    Ich hatte die Gelegenheit eine Pentax645 in die Hand zu nehmen und was mir positiv auffiel ist der sehr sanfte Spiegelschlag den ich sehr schätzen würde als jemand ausschließlich aus der Hand fotografiere. Wie fühlt sich der Spiegelschlag der Mamiya denn im Vergleich an?

    Vielen Dank
    Ken

    Gefällt 1 Person

    • C K 10. Dezember 2016 / 15:38

      Hallo Ken,

      danke das Sie mich auf diese Inkonsistenz hingwiesen haben. Das Gewicht ist zwar richtig, dennoch nicht verlgeichbar mit der Pentax, da nur das Gehäuse ohne Anbauteile gewogen wurde. Vergleichbar also mit der Pentax, muss der Winder und das Prisma ebenfall mit gewogen werden. Da komme ich auf 1598 Gramm.

      Ich werde das demnächst ergänzen!

      Der Spiegelschlag kann für mich nicht hart genug sein, an der Pentax war er mir auch schon zu weich, er ist aber nur etwas „härter“ an der Mamiya (der Motor ist auch etwas lauter), nichts Relevantes was evtl. Verwackler beträfe. Ich nutze inzwischen auch nur noch die Kurbel.

      Strengenommen würde ich mit der Pentax gerne weiterfotografieren, doch Motor und Spiegelschlag sind für mich auschlaggebender. Ach ja, selbstverständlich wichtig war für mich auch das Wechselmagazin!

      Beste Grüße

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  2. Sven Schleier 10. Dezember 2016 / 16:01

    Wow! Danke für die schnelle Antwort.
    Dann ist die Mamiya doch eine ganze Ecke schwerer. Die ganze Kamera mit Griff macht auf mich auch einen mächtigeren Eindruck als die Pentax.
    Lauter Spiegelschlag fühlt und hört sich gut an aber in der Praxis steht es mir als Stativfeind dann doch im Weg. Die Rückteile für die Mamiya sind schon toll, kosten bei ebay aber mindestens 100 Euro das Stück.
    Möchten sie ihre Pentax verkaufen?

    Gefällt mir

  3. Sven Schleier 15. Dezember 2016 / 17:22

    Hallo noch einmal,
    ich habe eine 645 Pro TL mit dem FK402 Sucher erstanden : -) Das Sucherbild ist doch ziemlich stark gebstichig, dunkler und auch etwas kleiner als bei der Pentax 645. Ich frage mich ob das an dem Sucher liegt und ob der FE401 nicht so gelb und dunkel ist.

    Viele Grüße

    Gefällt mir

    • C K 15. Dezember 2016 / 22:02

      Das kann ich leider nicht vergleichen, den FK402 hab ich noch nicht vor dem Auge gehabt.

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  4. Martin Kleinheinz 27. Mai 2017 / 15:24

    Vielen Dank für diesen umfassenden und informativen Artikel!
    Ich bin kurz davor mir meine erste 645 Kamera zu kaufen. Mit der Mamiya 645 Pro TL konnte ich bereits eine Woche experimentieren. Mir fiel ehrlich gesagt das fokussieren schwer. Deswegen überlege ich mir ein Pentax 645n zuzulegen. Allerdings fehlt dann das 80mm f/1.9.
    Benötigen tue ich die 645 Kamera für Hochzeitsfotografie. Besser gesagt für die Portraits mit den Brautpaaren. Für alles Andere verwende ich weiterhin erstmal meine DSLR.
    Welche 645 würden Sie mir empfehlen?
    Viele Grüße!
    Martin Kleinheinz

    Gefällt 1 Person

    • C K 27. Mai 2017 / 20:11

      Hallo Herr Kleinheinz,

      ich denke, obwohl ich es sehr mag, das 1,9er wird überbewertet. Gerade im Portraitbereich in der Naheinstellgrenze verzerrt es zu sehr, bei etwas mehr Abstand wiederum ist es sehr gut.

      Die P 645N ist selbstverständlich eine ausgezeichnete MF-Kamera. Wenn Sie etwas weniger Geld investieren wollen. sicherlich das einzige alternative AF-System.

      Bedenken Sie bitte folgendes. Jede AF Kamera ist heutzutage schwierig zu reparieren, gerade die Pentax AF. Hier muss eine gut ausgestattete Werkstatt vorhanden sein, die mit Pentax analog auch eine große Erfahrung hat. Das ist meines Wissens nicht mehr der Fall. Selbst Foto Maerz in Hamburg scheut explizit diese Kamera.

      Mit Mamiya ist das kein Problem. Von Contax rate ist sehr ab, gute und schicke Kamera, aber vollkommen überteuert und gar nicht mehr reparabel, wenn irgendwas mit der Elektronik ist. Es geht nicht immer nur um Ersatzteile, auch um die Maschienen diese zu justieren, die müssen auch vorhanden sein!

      Tja bliebe nur noch Hasselblad ….

      Wenn Sie es sich nicht zutrauen (und ich weiß wovon Sie reden 😉 ), dann die 645N oder beser 645NII als AF Kameras. Ansonsten Mamiya.

      Beste Grüße
      Christopher Kesting

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    • Martin Kleinheinz 31. Mai 2017 / 08:47

      Vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort, Herr Kesting.

      Ich habe mich nun für eine Phase One 645 AF mit 80mm f/2.8 und Film-Rückteil entschieden. Sie kommt heute an und dann werde ich sie direkt testen. Ich denke es ist einfach besser auszuprobieren. Falls es nicht passt, kann ich immer noch alles wieder verkaufen und mache wenig bis gar keinen Verlust.
      Falls sie jedoch nicht passen wird, werde ich eine Pentax 645 N finden und ausprobieren.
      Übrigens habe ich wegen dem fokussieren mit dem 1.9 80mm von mamiya gelesen, dass aufgrund des Suchers es schwer sein soll den richtigen Fokuspunkt zu finden. Eventuell fällt es mit anderen Kameras einfacher. Vor allem soll die Hasselblad H1 gut dafür gemacht sein.

      Viele Grüße!

      Martin

      Gefällt 1 Person

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