Negativ- / Dia-Hüllen für die Archivierung


Meine Negative beziehungsweise meine Dias bekomme ich, nach der Entwicklung durch mein Fachlabor um die Ecke „Fotofachlabor Jan Kopp“, immer fertig in 6’er Streifen geschnitten und in eine Hülle eingesteckt, ausgehändigt. Das waren immer Acetathüllen. Super in der Handhabung! Doch diese gingen irgendwann einmal aus, die Firma produzierte nicht mehr nach. Danach bekam ich welche von Print File aus PE (Polyethylen). Ich fragte nach, warum man denn nicht weiter Acetathüllen nähme. Die Antwort erstaunte mich, es gab keine gute Qualität mehr auf dem Markt. Herr Kopp wollte seinen Kunden, dass derzeitig auf dem Markt verfügbare Material an Acetathüllen nicht anbieten.

Ich recherchierte auf eigene Faust. Schrieb diverse Firmen an und ließ mir Musterexemplare kommen um zu erkennen wo und wie groß die Unterschiede waren. Schlussendlich musste ich ebenfalls konstatieren, die Qualität, die ich bisher bekam, gibt es nicht mehr. Die jetzigen verfügbaren Acetat Negativhüllen (Hama, Herma, Foto Kaiser, Kenro, No-Name etc. erzeugen alle Newtonringe (und kleben dadurch), sind sehr dünn, der Papierstreifen mit den Lochungen ist sehr dünn, die Verschweißungen der einzelnen Streifentrennungen sind schlecht, der Druck der Linien und der Schrift ist schlecht. Die alten Hüllen hatten keine Nachteile und waren qualitativ Lichtjahre besser. Am besten merkte ich das immer, wenn ich zum Vergleich, beide gleichzeitig in die Hände nahm. Dabei ist selbstverständlich einiges Subjektiv und mein Anspruch hoch.

Nun gab es also keine Lösung und ich entschied, zu wechseln. Da weder PE noch PP Hüllen in Frage kamen, nahm ich Pergamin. Die PE und PP Hüllen können sich extrem elektrostatisch aufladen, es ist permanent hamburger Staub dran, die Oberfläche der Hüllen sieht immer zerkratzt aus und es kann sehr schwierig sein die Streifen einzuschieben, die Seite mit den Lochungen ist viel zu weich etc. Insgesamt einfach ätzend in der Hand zu haben. Hinzu kommt, das diese Kunststoffe, liegen sie einmal perfekt auf den Negativen, luftundurchlässig sind und sich somit Luftfeuchtigkeit nicht austauschen kann, da atmet nix mehr, ach ja und Newtonringe sind auch zu sehen! Meine alten Acetathüllen hatten so leichte Verschiebungen (siehe Bild), das dort immer Luft rankam, sehr angenehm.

KB Negativhülle aus Acetat
KB Negativhülle aus Acetat

 

Pergamin ist aber nun auch nicht gleich Pergamin und wieder begann die Suche nach einer guten Hülle. Erstaunlicherweise war die Pergaminversion von Hama nicht mit ihrer Acetatversion vergleichbar. Diese war nun im Vergleich zu Anderen (z. B. Herma, Foto Kaiser, No-Name etc.) wiederum die Beste! Sehr gute Klebung und Überklebung zwischen Pergamin und Papierlochstreifen, relativ guter Druck, oben ausreichend Platz zur Beschriftung, sofern notwendig.

Der Nachteil von Pergamin ist selbstverständlich die Transparenz. Man kann nun nicht mehr so einfach durch die Hülle schauen. Doch mit etwas Licht – am besten natürlich mit einem Leuchttisch – sind auch Bilder im Pergaminpapier erstaunlicherweise gut zu sehen.

Vergleichsansicht Pergamin - Acetat
Vergleichsansicht Pergamin – Acetat

Ich habe mir folgende Hüllen bei Amazon gekauft. Diese Angebote sind zudem auch sehr günstig. Man findet im Netz bestimmt auch noch günstigere (ca. bis 2€ billiger) aber ich wollte nicht bei drei verschiedenen Unternehmen kaufen und vielleicht noch extra Versandkosten bezahlen. Ich bin da etwas bequem.

Für das Mittelformat (6×4,5 – 6×9) gibt zwei verschiedene Versionen. Eine Version ist „überlang“ (nur im 100’er Pack) und eine „normale“ (25’er oder 100’er Pack). Das heißt, die Überlange steht in einem normalen DIN A4 Ordner rechts etwas vor, die normale nicht.

Für die Überlangen gibt es aber im Handel extra Ordner, die nicht sonderlich teurer sind. Ich empfehle hier die klassischen mit einem Schuber. Diese gibt es jedoch leider seltener. Wichtig dabei ist eine Vier-Loch-Ringmechanik. Eine Zwei-Loch-Ringmechanik wie in normalen Ordnern, führt bei stehender Lagerung dazu, dass die Hüllen sich verziehen, da diese viel schwerer als Papier sind. Bei der Vierer-Mechanik tritt dies nicht so stark auf. Solche Ordner heißen entweder Negativordner oder Foto Ordner mit Schuber. Eine sehr gute Qualität, die ich selber verwende, bekommt man bei Macodirekt. Mit Schuber sollten sie nicht mehr als 17€ kosten. Meiner von Macodirekt soll aufbereitet sein (was immer das für die bedeuten mag), er sieht für mich absolut neu aus, hat eine sehr gute Kartonqualität, ist sehr stabil. Die Vierer-Ringmechanik ist ebenfalls sehr robust! Den „Feststeller“ muss man sich allerdings zusätzlich kaufen, sofern er gewollt ist.

Vierringmechanik Order für Negativhüllen mit Schuber
Vierringmechanik Order für Negativhüllen mit Schuber
Vierringmechanik Ordern für Negativhüllen mit Schuber
Vierringmechanik Order für Negativhüllen mit Schuber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vierringmechanik Order für Negativhüllen mit Schuber
Vierringmechanik Order für Negativhüllen mit Schuber – mit Feststeller

 

Bei den Hüllen nutze ich nur die Überlangen. Eine Übersicht gibt es hier: Hama – Übersicht über die Archivierungsprodukte

Die Hama Archivierungshüllen (überlang) für Mittelformatstreifen (leider nur im 100’er Pack)

Negativhülle für Mittelformat
Negativhülle für Mittelformat
HAMA Umverpackung Negativhüllen Mittelformat
HAMA Umverpackung Negativhüllen Mittelformat

 

 

 

 

 

 

 


Die Archivierungshüllen (überlang) für sieben 6’er KB Streifen (25’er Pack).

Negativhülle für Kleinbild
Negativhülle für Kleinbild
HAMA Umverpackung Negativhüllen Kleinbild
HAMA Umverpackung Negativhüllen Kleinbild

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Archivierungshüllen für zehn 4’er KB Streifen (25’er Pack überlang). Diese Streifenschneidung machen meistens die Großlabore. Ich nutze diese Hüllen für die vielen Negative meiner Eltern und Großeltern, die typischerweise in Großlaboren mit Papierentwicklung in den Fototaschen fertiggemacht wurden. Jetzt aber „Langzeitarchiviert“ in vernünftige Hüllen kommen.

Negativhülle für Kleinbild
Negativhülle für Kleinbild
HAMA Umverpackung Negativhüllen Kleinbild
HAMA Umverpackung Negativhüllen Kleinbild

 

 

 

 

 

 

 

 


Hat man seine Negative vom Großlabor entwicklen lassen kommen diese meistens in Taschen. Hinten die Bilder vorne die Negative. Man darf sich die Frage stellen, wie man seine Papierbilder und Negative nun aufbewahrt. Lässt man sie so, oder „archiviert“, man sie mit Negativblättern und Hüllen?

Jeder muss für sich selber entscheiden wie er archivieren will.

Obwohl auf der Verpackung nicht angegeben, hat HAMA auf eine Anfrage von mir geantwortet und gesagt, dass die Pergaminhüllen PAT (ISO 18916) positiv getestet sind.

Dieser Artikel basiert auf einer für mich akzeptablen Lösung zur Archivierung. Sie ist in keiner Weise dazu geeignet, Bilder / Negative /Dias auf eine lange Zeit zu archivieren. Wenn sie vor haben, diese mehrere hundert Jahre stabil zu archivieren, so gibt es in der Welt ein führendes Forschungsinstitut welche sich damit, wahrscheinlich wie kein Zweites, auseinander setzt: http://www.wilhelm-research.com. Dort gibt es auch ein Buch, welches sich dieser Thematik dediziert widmet (als PDF downloadbar).

Haben Sie Erfahrungen in diesem Bereich, so würde ich mich sehr freuen wenn Sie einen Kommentar hinterlassen mögen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s