Bilder


Die freie fotografische Arbeit geschieht, wie jede andere künstlerische Auseinandersetzung auch, ausschließlich aus den eigenen Motiven heraus und nur für einen Selbst. Wenn man während der Arbeit darüber nachdenkt, das ein anderer sie verstehen soll, wird nicht nur alles vergebens gewesen sein, sondern man schießt sich auch selber ins Knie!

Während meiner fotografischen Ausbildung hat meine Meisterin mir einen Satz gesagt (für mich der wesentlichste): Fotografie ist Kreativität!

Es gibt in der Fotografie viele Dinge, die man beachten kann, sollte, darf etc. Es gibt aber nicht eine einzige Regel, die einem sagt: Das „musst“ Du so machen!

Fotografie gehört im erweiterten Sinne zur „Bildenden Kunst“. Sie ist ein Genre, eine autarke, eigenständige, losgelöste Kunst. Sie hat keine Bindungen, aber doch Parallelen zur Malerei.

Weder „Goldener Schnitt“ (den die meisten sowieso gar nicht verstehen), noch Drittelregel, noch Durchzeichnungen aller Bildteile etc., sind Dinge, die es einzuhalten gilt. Auch der Satz, nur wer die Regeln kennt, kann sie brechen, entbehrt jedweder Logik und Sinn.

Es gibt gleichwohl „Lehrmeinungen“ von ausbildenden Fotografenmeistern/innen oder Lehrstuhlinhabern an Universitäten. Aber das sind immer noch, nur „Meinungen“, nicht mehr, gleichwohl sehr fundierte! Es bleibt dabei, in der Fotografie kann jeder tun und lassen war er will. Genauso wie in den anderen Bildenden Künsten. Sein eigenes gemachtes Werk zu lehren, ist narzistisch, jemandem aber zu zeigen wie man an seine eigene kreative Welt kommt ist wesentlich fruchtbarer!

Etwas vollkommen Anderes ist es, wenn man im Auftrag von Kunden arbeitet oder wirtschaftlich abhängig ist. Dann sollte tunlichst das getan werden, was die Kundschaft von einem verlangt oder was der „sogenannte“ Mainstream meint, was richtig wäre. Ansonsten kann man sich keine Brötchen kaufen.

Hier spielt auch der Aberglaube in einem Bild müsse in allen Bereichen eine „Durchzeichnung sein“. Die hellsten Bereiche dürfen nicht „ausgefressen“ sein und die dunkelsten Bereiche nicht „abgesoffen“. Das definieren sehr viele Hobbyfotografen und auch Fotografenmeister etwas höheren Alters als richtige, als korrekte Belichtung und weisen gerne auf das Histogramm hin. Was für ein Frevel.

Hinzu kommte der elementare Unterschied ob ein Bild einzeln stehen soll oder ob es z. B. in einem Kontext oder gar in einer Serie existiert. Das sollte bei einer Kritik immer Berücksichtigung finden.

Ich verzichte ganz bewusst auf einen fotografischen Stil oder eine bestimmte Bildsprache. Das ist für mich in etwa so, als wenn ich als Mensch nur eine Sprache sprechen würde. In der Tat will ich aber möglichst viele Sprachen sprechen. Aber wieder ist der auftragsgebundene Fotograf gezwungen so etwas zu entwickeln. Denn hierbei gilt es tatsächlich entdeckt zu werden, zu bestimmen, ja das ist xyz. Das ist ungemein geschäftsfördernd. Aber als Dozent der in vielen Themen unterrichten will, ist eine Spezialisierung eher hinderlich, als Konsequenz muss man die Kröte schlucken, das man nie in einer Kategorie zu den Besten gehört. Entweder Breite oder Tiefe!

Darum sehen Sie hier auch ein Sammelsurium an unterschiedlichsten Stilen, Bildsprachen etc. Das wirkt sehr unaufgeräumt, unübersichtlich und ohne roten Faden, unter anderem weil sehr wenige Serien und sehr wenige Konzeptionen  gezeigt werden. Wenn Sie jedoch sich die Mühe machen und die Bilder länger betrachten, können Sie feststellen, das nahezu jedes Bild dazu geeignet ist, einem die besondere Isoliertheit eines Bildes aufzuzeigen.

Es ist ein Unterschied ob ich ein Bild nur mit den Augen sehe oder ob ich es aktiv betrachte und mir Zeit dafür nehme und mir Mühe gebe es zu analysieren. Gewichtung, Idee, Dominanz, Symmetrie, Linien, Sehführung, soviele Dinge können in einem Bild vorhanden sein, wenn sich der Künstler auch Mühe gegeben hat.

Ich kreiere Bilder, meistens sind es Formulierungen meiner Sichtweise, oft sind es Interpretationen. Akzentuierungen, Isolierungen sind bevorzugte Mittel meiner Darstellungen. Wiederkehrende Elemente sind aber in der Tat auch bei meinen Bildern zu erkennen. Fast alles was ich fotografiere hat mehr oder weniger, einen gewissen Anteil an Formen und Linien, die ich bewusst akzentuiere und bildimmanent sind.

Bei der Aufnahme von einem Bild achte ich immer darauf, wie das Bild später großformatig aussieht. Denn das Ziel aller meiner Bilder ist es, großformatig ausgedruckt und an die Wand gehängt zu werden. Erst wenn Bilder groß dargestellt werden, können Sie richtig wirken. Wenn Sie also ein Bild von mir auf einem Monitor betrachten hat es nicht die Wirkung die ich beabsichtige, erst wenn es groß betrachtet wird, erscheint seine Wirkung. Allerdings gilt auch zu berücksichtigen, das es zwar Bilder gibt, die auch in klein wirken, das aber nicht mein Ziel ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s