G 20 – Hamburg 2017


Betrachten Sie bitte die 111 Bilder als geschlossene Gesamtheit, das Ganze ist von mir als Kunstwerk gestaltet und in keinem Falle dürfen einzelne Bilder oder Sequenzen daraus interpretiert werden. Das Werk hat „nur“ als Einheit eine Bedeutung. Jedes Bild ist explizit ausgewählt und bearbeitet worden, teilweise sehr stark beschnitten, um eine gezieltere Aussage zu bekommen.

Ich habe einige Fotografen- und Künstlerkollegen gefragt, um zu erfahren wie Sie diese Ansammlung von Bildern sehen – ich habe Ihnen weder Hintergründe noch meine eigenen Gedanken dazu mitgeteilt. Zu meinem Bedauern hat keiner auch nur einen Ansatz von dem verstanden, was ich damit verbinde. Damit ist mir klar, das auch Sie, geschätzter Betrachter, mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit dies nicht verstehen werden. Gleichwohl werde ich versuchen etwas darüber zu sagen.

Die 111 Bilder sind alle chronologisch geordnet. Die ersten 16 Bilder sind am Donnerstagabend dem 06.07.2017 entstanden, zu dem Zeitpunkt versuchte ich noch analog zu fotografieren, leider waren die Empfindlichkeitsdefizite von Film zu groß. Ich merkte, dass ich oft ISO 12800 nutzen müsste. Das ist analog nicht adäquat zu bewerkstelligen und deshalb wechselte ich für die Nacht 07.-08.2017 dann auf digital.

Nach einigen Wochen des Grübelns ist mir klar geworden, das meine Kollegen, mein Werk nicht verstehen konnten, bzw. niemand es so wahrnehmen kann wie ich selber. Faktoren wie mein privater Hintergrund/Erfahrungen, der diese massiven Ausschreitungen eher als harmloses Gerangel einstuft, die direkte Betroffenheit durch das dreimaliges Genießen von Reizgas und die Wasserwerferdusche. Das Zuhören bei den privaten Gesprächen der modisch schwarz gekleideten Personen, das gemeinsame Ablaufen der „Störpunkte“ (20m hinter ihnen) sowie das oft nicht die Kamera heben, verschafften mir Einblicke in deren Strategien und Taktiken, Einblicke in ihr Gedankengut. Purer Hass und Tötungswille – Skurrilitäten der Straße, zum Lachen, zum Nachdenken, zum Schweigen, Verbitterung, Verzweiflung! Eine sehr große Breite an Gefühlen, Gerüchen, visuellen Eindrücken und der Lärm, der eine Mischung von Feierlaune/Disco sowie von Schreien und Explosionen war, beeinflussen meine Wahrnehmung meines Werkes, der, wie bereits erwähnt, nur mit diesen Bildern, bedauerlicherweise nicht nachvollzogen werden kann. Das Werk ist nicht politisch, es zeigt einfach nur meine Wahrnehmung und Interpretation.

 

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2 Gedanken zu “G 20 – Hamburg 2017

  1. Bernd Steenfatt 28. August 2017 / 23:09

    Hass ist Krass – Liebe ist Krasser….

    Ja ,mal andere Ansichten der G 20 Nächte ,anders als das ,was man im TV bekommt..
    Gut so, Heute ist das erste Urteil dazu gefällt worden für einen Holländer
    2 Jahre für 2 Flaschen werfen….für mich ein Racheurteil – wie hilflos sind die ???

    Grüsse aus Schweden FrogFotoBernd

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