DVD – Kontaktabzüge


Das Filmwerk Kontaktabzüge aus der arte-Edition ist eine DVD-Box bestehend aus drei DVD’s.

Dieses Werk ist eine Zusammenstellung von einzelnen Porträts von Fotografen, 33 an der Zahl. Jeder einzelne Fotograf wird mehr oder weniger porträtiert, spricht aber auch oft selber. Immer um die 12 Minuten lang beziehungsweise kurz. Da das Ganze eine Produktion aus Frankreich ist, kommen überproportional auch französische Fotografen zu Wort – sicher nicht die Schlechtesten 😉

  • DVD 1 – Die große Tradition der Fotoreportage
    Henri Cartier-Bresson, William Klein, Raymond Depardon, Josef Koudelka, Robert Doisneau, Edouard Boubat, Elliott Erwitt, Marc Riboud, Leonard Freed, Mario Giacomelli, Helmut Newton, Don McCullin
  • DVD 2 – Der Aufbruch der zeitgenössischen Fotografie
    Sophie Calle, Nan Goldin, Duane Michals, Sarah Moon, Nobuyoshi Araki, Andreas Gursky, Jean-Marc Bustamante, Hiroshi Sugimoto, Lewis Baltz, Jeff Wall, Thomas Ruff,
  • DVD 3 – Konzeptionelle Fotografie
    John Baldessari, Bernd & Hilla Becher, Christian Boltanski, Alain Fleischer, John Hilliard, Roni Horn, Martin Parr, Goerges Rousse, Thomas Struth, Wolfgang Tillmans

Zusehen sind immer Bilder, das war wohl vorauszuahnen 😀 Ich meine damit aber vielmehr, das (soweit mir in Erinnerung), wirklich kein Fotograf zusehen ist; nur Bilder – selten einmal ein Videoschnipsel.

Manchesmal sind die Monologe sehr langatmig und langweilig, aber oft sehr spannend und geistreich. Die Spanne reicht von sehr alten Porträts, die am Ende der 1980’er entstanden sind, bis hin zu 2008. Das bedeutet auch einen gewissen Qualitätsunterschied bei den Filmaufnahmen.

Bei so vielen Fotografen kann man sich denken, es wird über alles gesprochen. Und in der Tat, es kommen grundsätzliche Philosophien aber auch nahezu belanglose Details einer Aufnahme zur Sprache. Dabei ist die Übersetzung von den englisch sprechenden Fotografen recht gut und manchmal doch äußerst frei.

Meines Wissens nach, gibt es kein Werk, welches in einem solchen Umfang, einen so breiten Streifzug durch die neuzeitlichen Fotografen macht, wie diese Zusammenstellung der Filme. Wer ein gesteigertes Interesse daran hat, ist gut beraten sich dies anzuschauen. Optimal ist es dafür geeignet, einen Überblick zu bekommen, um dann tiefer zu gehen.

Das Interessanteste für mich waren, die oft ganz unterschiedlichen Sichtweisen der Fotografen auf Ihre eigenen Fotografien. Genauso interessant ist das Verhalten, das Unisono von allen Fotografen vertreten wird, das die eigenen Kontaktabzüge, wenn überhaupt, nur äußerst ungern gezeigt werden. Und doch werden hier vereinzelnt einige gezeigt; es offenbart sich eine Entmythisierung für viele. Berufsfotografen wissen es selbstverständlich, auch zu Zeiten des analogen Films, wurde von den Berufsfotografen auf den Auslöser gedrückt wann immer es ging. So viel man konnte. Und so zeigen Kontaktabzüge eben nicht nur die ikonisierten (erfolgreichen) Fotos der Fotografen, sondern auch die vielen anderen, nur ein klein wenig anders komponierten Fotos, die nie von anderen Augen als von jenen des Fotografen gesehen wurden. Dazu ergänzen sich kleine Geschichten von bedeutenden Bildern und kleinen Anekdoten, die so nicht im Internet stehen. Z. B. erwähnt Martin Parr, dass er nach 1982 nie wieder ein Schwarzweiß Foto gemacht hat.

Eine für mich lohnende Ausgabe und zu einem kleinen Teil sogar eine lohnende Investition.

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