Das Filter


Das Geheimnis guter und schlechter Polfilter bzw. Filter allgemein.

Wenn Sie Polfilter einsetzen und das können Sie ruhig öfters tun, und das üblicherweise für Landschaftsaufnahmen vorwiegend im Superweitwinkelbereich bis 20mm, oder aber auch im Normalbereich bis leichtem Tele, müssen Sie Sich keine großen Gedanken über den Preis und die Qualität machen (billiger als 20€ sollte er jedoch nicht sein, da hier oft auf Mehrfachvergütungen verzichtet wird). Mehrfachvergütungen sorgen für geringere Lichtabsorption und wirken etwas gegen Lensflares.

Wenn Sie jedoch so langsam in den Telebereich oder gar in den Supertelebereich gehen, dann ist Vorsicht angesagt. Sie werden unter Umständen eine massive Verschlechterung des Bildes hinnehmen müssen. Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen.

Hier einmal ein Vergleich zwischen zwei Pol- Vario-ND- und UV- Filtern. Canon EOS 5D Mark III, EF 70-200mm 1:4L IS USM, mit 1,4fach Konverter (280mm) bei 1:8, im Av Modus – Stativ mit 10 Sekunden Selbstauslöser in der LiveView. Ca. 100% Vergrößerung, Entfernung ca. 50 Meter – als RAW in Adobe Photoshop Lightroom 6 CC 2015.4 mit max. 1.024 KB ausgegeben. Keine Bearbeitung.

Originalaufnahme Vollansicht
Originalaufnahme Vollansicht
Originalaufnahme ca. 100%
Originalaufnahme ca. 100%

 

 

 

 

 

 

Kenko Zéta EX Polfilter 77mm
Kenko Zéta EX Polfilter 77mm
Rodenstock HR Digital Super MC Polfilter 67mm
Rodenstock HR Digital Super MC Polfilter 67mm

 

 

 

 

 

 

Phottix Premium Ultra Slim Pro Digital Polfilter 77mm
Phottix Premium Ultra Slim Pro Digital Polfilter 77mm
Rodenstock Digital Vario ND MC 77mm Filter bei ca 1,5
Rodenstock Digital Vario ND MC 77mm Filter bei ca 1,5

 

 

 

 

 

 

 

HAMA ***** UV 390 HTMC Filter 77mm
HAMA ***** UV 390 HTMC Filter 77mm

Galerieansicht:

Der Kenko Zéta Filter ist einer der besten Polfilter der Welt. Er hat mit die geringsten Transmissionseigenschaften, ist etxrem dünn und leicht wie kein anderer. Dabei fühlt er sich immer noch stabil an. Er ist teuer aber auch sehr gut.

Der Rodenstock ist ebenfalls teuer und nur sehr wenig schlechter, wie auf dem Bild zu sehen.

Der Billigfilter von Phottix hatte es in sich. Als ich ihn auf das Objektiv schraubte dachte ich, ich hätte die Fokussierung verstellt. Was selbstverständlich quatsch war, denn ich hatte den AF die ganze Zeit ausgeschaltet und manuell fokussiert. Und beim EF 70-200 mit Innenfokussierung kommt man nicht so leicht an den Fokussiering, wenn die Kamera auf einem Stativ angebracht wurde. Aber gut, ich fokussierte neu. Die Unschärfe war auch nach Neufokussierung immer noch sehr deutlich, wie auf dem Bild zu sehen. Doch als ich den Filter wieder abnahm um den nächsten aufzusetzen, sah ich, dass das Objektiv wieder stark defokussiert war!!! Also verschiebt der Phottix Polfilter die Objektebene??? Interessantes Phänomen!

Der ca. 200€ Variofilter von Rodenstock ist eine wahre Enttäuschung, dabei gehört er zu den Teuersten und Besten seiner Klasse!!! Ich bekam es in der LiveView nicht manuell scharfgestellt. Es ging überhaupt nicht, nicht mit AF nicht ohne …

Der HAMA UV-Filter wiederum, ist eine wahre Überraschung, diese, mit dem Auge nicht zu erkennende Auflösungsbeinträchtigung, ist so extrem gering. Was die Wenigsten wissen, der Hersteller der heutigen UV-Filter für HAMA, ist der wahrschenlich größte der Welt und die machen das seit sehr vielen Jahrzehnten, und sie kommen aus China.

Was sagen uns jetzt diese Ergebnisse?

  1. Noble Marke und hoher Preis sind nicht immer ein Garant für gute Qualität.
  2. Filter sind prinzipiell nicht unbedingt für den Supertelebereich geeignet.
  3. Landschaftsaufnahmen, Porträts bis 100mm sind mit den Filtern immer super, da hier diese Unschärfeeffekte nicht sichtbar werden.

Filter vor den Objektiven, nutzen nur für die jeweilige Filteraufgabe, für die der Filter hergestellt wurde!

Das Filter als Schutz

Kein Filter kann als guter Schutz vor physischen Beschädigungen fungieren! Hier nutzt man besser IMMER die Streulichtblende, wenn die nicht mitgeliefert wird, KAUFT man sie! Klar gehen auch Dritthersteller, Original muss nicht unbedingt sein.

Aber um ein Objektiv zu schützen ist ein Filter fast 100% Quatsch. Folgende Ausnahmen gelten für mich:

  1. Ich befinde mich in der Außenkurve bei einem Motocrossrennen, da hab ich definitiv was vor der Linse!
  2. Ich fotografiere bei Böen um 8 an der Nordsee in Bodenhöhe. Da hab ich aber nicht nur einen Filter vorne drauf sondern auch eine Plastiktüte um die Kamera, sonst hätte ich nicht nur Sandstaub im Objektiv sondern auch in der Kamera!

Das war es! Mehr Situationen gibt es nicht. Und dann kauft man keine vollkommen nutzlosen UV-Filter, sondern Klarglas, mit Mehrschichtenvergütung. UV-Filter sind meistens erheblich teurer.

UV-Filter waren früher beim analogen Film wichtig, wenn:

  1. Man sich irgendwo oberhalb von 2000 Meter befindet.
  2. Man sich „in See“ befindet und auf offenem Wasser fotografiert.

Früher benötigte man man auch Konversionsfilter um die meistens auf Tagestemperatur geeichten Filme, auf die jeweilige andere Tagestemperatur zu korrigieren. Das gilt nicht für DSLR! Denn die haben: Eine besondere erste Vorderlinse die ebenfalls dafür gerechnet wurde UV-Licht mit einer gewissen Frequenz zu filtern! Die auch noch, im Gegensatz zu den inneren Linsen, besonders gehärtet ist.  Und schließlich gibt es fast seit Anbeginn der digitalen Ära, den automatischen Weißabgleich! Da ist nix mehr mit Farbstichen.

Und das sind Märchen:

UV-Filter erhöhen NICHT den Kontrast!
UV-Filter erhöhen NICHT die Schärfe im Bild!

Hier ist auf manigfaltige Weise einmal sehr prägnant dargestellt, was mit Filtern, die zum Schutz aufgeschraubt sind, passiert und was sie alles abhalten.

ABER, wer einfach ein besseres Gefühl damit hat, wenn er etwas davor hat, kann das selbstverständlich tun. Ganz im Gegenteil, ich empfehle dann sogar einen Filter (nur kein teureren UV-Filter, nehmt Klarglas (auch wenn der schwieriger zu bekommen ist), denn damit erhöht sich die Sicherheit im Umgang mit der Kamera. Und das ist beim Fotografieren wichtig!


Besondere Erfahrungen mit einzelnen Filtern

Heliopanfilter

Gut das man bestellte Ware im Internet auch wieder zurückgeben kann. Zuerst dachte ich an eine Ausnahme, die bei jedem mal vorkommen kann. Dann habe ich heute bei einem meienr Seminarteilnehmer inzwischen den dritten (jedes Mal unterschiedlichen Filter, Grau-, Pol- und UV-Filter) in die Hände bekommen und bin zumindest von der Verarbeitungsqualität extrem enttäuscht.

Die meisten Nutzer werden es niemals erfahren, geschweige denn sehen. Aber meinem geschulten Auge entgeht das leider nicht.

Filterfassung Heliopanfilter ND
Filterfassung Heliopanfilter ND

Filterfassungen werden meisten aus Aluminium gefertigt, sind es etwas höherwertigere Filter so werden sie aus Messing gefertigt. So auch Heliopan Filter, doch wenn man ein Auge auf die Gewinde wirft, so sieht man, dass das Gewinde nicht einwandfrei gefräst bzw. entgratet wurden. Saubere Gewindefassungen sind selbst bei Billigherstellern standard! Es könnte aber auch der aufgetragene Lack sein, denn bei Heliopan wird Lack aufgesprüht anstatt wie üblich eine Pulverbeschichtung zu nehmen. Leider entzieht sich meiner Kenntnis welche Verfahren besser sind, bzw. mehr Vorteile haben.

Wie gesagt, das ist jammern auf unwichtigen Niveau, doch es gibt, außer vielleicht hohen deutschen Personalkosten, keinen Grund warum diese Filter dann so teuer sind. „““Die Graufilter sind nicht mal vergütet!!!!“““

Wenn man sich dann auch noch den Imagefilm auf der Internetpräsenz der Firma anschaut (also falls man das überhaupt schafft ;-)) wird einem klar, das sind keine Profis. Eine Katastrophe epischen Ausmaßes!!!!

Ich denke aber grundsätzlich ist es fair, einen deutschen Hersteller zu unterstützen!

 

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