Der Verschluss


Bei der einen oder anderen Kamera von Canon, gibt es Hinweise die zum Beispiel lauten: die Verschlusshaltbarkeit bei der Canon EOS 1D X Mark II liegt bei 400.000.

Was bedeutet das? Nun, als erstes bedeutet es nicht (!), dass bei der 400.000 Auslösung der Verschluss kaputt ist und nicht mehr funktioniert. Es ist sozusagen ein „Mindesthaltbarkeitsdatum“. Es gibt genügend Berufsfotografen die sehr viel mehr mit einem Verschluss fotografieren.

Aber für die Garantie die die Firma Canon gibt, hat es Auswirkungen.

Grob vereinfacht besagt eine „Garantie“, das der Hersteller (Garantiegeber, kann auch jemand anderes sein) bei einem bestimmten Garantiefall (z. B. Defekt) grundsätzlich eine bestimmte Handlung vornimmt (z. B. Austausch). Die Garantie ist aber eine freiwillige Selbstverpflichtung des Herstellers bzw. des Garantiegebers. Diese kann immer sehr unterschiedlich sein. Die Garantiezeit ist durch den Garantiegeber grundsätzlich frei bestimmbar.

Etwas Anderes ist die Mängelgewährleistung, sie ist gesetzlich vorgesehen und nicht veränderlich. Hier ist der Kaufvertrag maßgeblich aber auch das Gesetz an sich. D. h. wird etwas gesondert in einem Kaufvertrag zugesichert, unterliegt dies der Mängelgewährleistung. Im Alltag sind aber am ehesten die gesetzlichen Bedingungen von Relevanz. Die gesetzliche Verjährungspflicht beträgt grundsätzlich zwei Jahre nach § 438 Abs.1 Nr.3 BGB. Beim Verkauf von Gebrauchtwaren kann die Frist auf 12 Monate verkürzt werden, das muss allerdings gesondert ausgewiesen werden. Bei einem Privatverkauf kann die Frist komplett durch einen Haftungsausschluss ausgeschlossen werden.

Bei Canon ist es nun so, das sie als Garantiegeber zwei Jahre angeben. Allerdings unterliegt der Verschluss einem gewissen Verschleiß. Bei Verschleißteilen gelten zwar grundsätzlich auch die Mänglegewährleistungsansprüche des Käufer, allerdings liegt es in der Natur von Verschleiß, das solche Dinge vorzeitig „verbraucht“ sein können. Die Rechtsprechung ist in diesem Zweig sehr fortgeschritten.

So ist auch die „Verschlusshaltbarkeit“ zu verstehen. Überschreitet der Fotograf innerhalb der zwei Jahre die Grenze von 400.000 Auslösezyklen, so verfallen Mängelgewährleistungsansprüche. Geht der Verschluss unter der Auslösezahl von 400.000 kaputt, wird er ausgetauscht.

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